Form

0381/49761-0

Thema

Wer muss ein Kassenbuch führen?

19.09.2016

Für bilanzierende Steuerpflichtige ist die Führung eines Kassenbuchs Pflicht, wenn Bargeldbewegungen (d.h. bare Einnahmen und Ausgaben) vorliegen.
Das Kassenbuch ist bei einem Buchführungspflichtigen das buchmäßige Abbild der Geschäftskasse. Es nimmt als Grundbuch der doppelten Buchhaltung die Bargeldbewegungen (Einnahmen, Ausgaben, Einlagen, Entnahmen) auf. In welcher Form das Kassenbuch geführt wird, ist dem Unternehmer grundsätzlich freigestellt; Kassenbücher können handschriftlich oder elektronisch geführt werden. Nutzer von elektronischen Kassenbüchern müssen alle Anforderungen an die Revisionssicherheit erfüllen.

Steuerpflichtige, die lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) aufstellen, sind formal nicht verpflichtet, ein Kassenbuch zu führen. Für die EÜR besteht jedoch ebenso eine Einzelaufzeichnungspflicht (welche nur in Ausnahmefällen bei Unzumutbarkeit entfallen kann) sowie eine Pflicht zur vollständigen Erfassung der für die Besteuerung maßgeblichen Vorgänge. Daher ist die Führung eines Kassenbuchs insbesondere bei bargeldintensiven Betrieben kaum zu umgehen. Bspw. auch Ärzte und Zahnärzte sind aufgrund der immer mehr werdenden Zuzahlungen der Patienten verpflichtet, Aufzeichnungen über Bareinnahmen zu führen. Wird ein Kassenbuch freiwillig geführt, so hat dies allen formalen Anforderungen an Kassenbücher und an die Ordnungsvorschriften für Buchführungspflichtige zu genügen. Alternativ zum Kassenbuch können EÜR bei gelegentlichen Bareinnahmen bspw. Durchschläge von Quittungsblöcken  aufbewahren und die Bareinnahmen in einer zusammenfassenden Aufstellung erfassen. Wichtig ist die Nachvollziehbarkeit der Vollständigkeit bspw. durch fortlaufend nummerierte Blöcke. Es sind also unbedingt Aufzeichnungen über die Bareinnahmen und Barausgaben anzufertigen.

Zitat des Tages

"Wirklich abergläubisch ist, wer auf ein 13. Gehalt verzichtet"

Autor: Nach Markus Bronner
bg1

Aktuelles aus der Kanzlei

  • Nutzungsdauer von Computerhardware und Software herabgesetzt

    Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 26.02.2021 Änderungen zur Nutzungsdauer von Computerhard- und software veröffentlicht.

  • Corona-bedingte Betriebsschließung - Gastwirt bekommt von Versicherung keine Entschädigung

    Obwohl er eine Versicherung gegen infektionsbedingte Betriebsschließungen abgeschlossen hatte, bekommt ein Gastwirt daraus keine Entschädigung für seine coronabedingten Umsatzausfälle

  • WEG: Auch während Corona-Pandemie „Geisterversammlung“ nicht rechtmäßig

    Während der Corona-Pandemie können für Eigentümerversammlungen Einschränkungen gelten. Allerdings kann ein Verwalter sich nicht nur selbst einladen

  • Statt Arbeitslohn gewährte Tankgutscheine und Werbeeinnahmen unterliegen der Beitragspflicht

    Das Bundessozialgericht entschied, dass Tankgutscheine über einen bestimmten Euro-Betrag und Einnahmen aus der Vermietung von Werbeflächen auf privaten Pkw, die als neue Gehaltsanteile an Stelle des Bruttoarbeitslohns erzielt werden, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt sind und damit der Beitragspflicht unterliegen.

  • Outplacement-Beratung für berufliche Neuorientierung ist steuerfrei

    Arbeitnehmer, die sich beruflich neu orientieren und dafür von ihrem Arbeitgeber eine sog. Outplacement-Beratung erhalten, müssen dies nicht versteuern.

  • Notwendigkeit einer Einkommensteuererklärung wegen Bezugs von Kurzarbeitergeld

    Der Bezug von Kurzarbeitergeld kann für viele Arbeitnehmer in 2021 erstmalig zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020 führen.

  • Reparatur eines privaten Kfz - Keine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Handwerkerleistungen

    Unter die 20 %-ige Steuerermäßigung für haushaltsnahe Handwerkerleistungen fällt nicht die Reparatur eines privaten Kfz in einer „Werkstatt“.

  • Gewinn mit Kryptowährung kann steuerpflichtig sein

    Gewinne aus der Spekulation mit digitalen Devisen sind nicht unbedingt steuerfrei.

  • Durch angemietetes Arbeitszimmer Steuern sparen

    Nicht immer ist für das Arbeiten im „Homeoffice“ zuhause genug Platz oder Ruhe. Wer einen außerhäuslichen Büroplatz mietet, kann die Kosten dafür steuerlich absetzen.

  • Ist eine teilweise Schätzung bei der Anerkennung der Fahrtenbuchmethode zulässig?

    Für die Ermittlung der Kosten für die private Pkw-Nutzung ist sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Selbstständigen grundsätzlich die 1 %-Methode oder alternativ ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch anzuwenden.