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Thema

Wer muss ein Kassenbuch führen?

19.09.2016

Für bilanzierende Steuerpflichtige ist die Führung eines Kassenbuchs Pflicht, wenn Bargeldbewegungen (d.h. bare Einnahmen und Ausgaben) vorliegen.
Das Kassenbuch ist bei einem Buchführungspflichtigen das buchmäßige Abbild der Geschäftskasse. Es nimmt als Grundbuch der doppelten Buchhaltung die Bargeldbewegungen (Einnahmen, Ausgaben, Einlagen, Entnahmen) auf. In welcher Form das Kassenbuch geführt wird, ist dem Unternehmer grundsätzlich freigestellt; Kassenbücher können handschriftlich oder elektronisch geführt werden. Nutzer von elektronischen Kassenbüchern müssen alle Anforderungen an die Revisionssicherheit erfüllen.

Steuerpflichtige, die lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) aufstellen, sind formal nicht verpflichtet, ein Kassenbuch zu führen. Für die EÜR besteht jedoch ebenso eine Einzelaufzeichnungspflicht (welche nur in Ausnahmefällen bei Unzumutbarkeit entfallen kann) sowie eine Pflicht zur vollständigen Erfassung der für die Besteuerung maßgeblichen Vorgänge. Daher ist die Führung eines Kassenbuchs insbesondere bei bargeldintensiven Betrieben kaum zu umgehen. Bspw. auch Ärzte und Zahnärzte sind aufgrund der immer mehr werdenden Zuzahlungen der Patienten verpflichtet, Aufzeichnungen über Bareinnahmen zu führen. Wird ein Kassenbuch freiwillig geführt, so hat dies allen formalen Anforderungen an Kassenbücher und an die Ordnungsvorschriften für Buchführungspflichtige zu genügen. Alternativ zum Kassenbuch können EÜR bei gelegentlichen Bareinnahmen bspw. Durchschläge von Quittungsblöcken  aufbewahren und die Bareinnahmen in einer zusammenfassenden Aufstellung erfassen. Wichtig ist die Nachvollziehbarkeit der Vollständigkeit bspw. durch fortlaufend nummerierte Blöcke. Es sind also unbedingt Aufzeichnungen über die Bareinnahmen und Barausgaben anzufertigen.

Zitat des Tages

"Irren ist menschlich, aber das totale Chaos schafft nur der Computer"

Autor: Klaus Klages
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Aktuelles aus der Kanzlei

  • Wichtige Neuerungen im Bereich der Kassenbuchführung

    Der 31. Dezember 2019 ist ein wichtiger Stichtag für alle Unternehmer, die Bareinnahmen in ihrem Unternehmen erzielen und diese mit einer elektronischen Kasse erfassen. Wir möchten Sie mit diesem Schreiben nochmals auf die auf Sie (eventuell) ab dem 1. Januar 2020 zukommenden Verpflichtungen aufmerksam machen.

  • Begrenzung der Steuerermäßigung wegen Gewerbesteueranrechnung ist betriebsbezogen

    Sind im zu versteuernden Einkommen gewerbliche Einkünfte enthalten, ermäßigt sich die Einkommensteuer, soweit sie anteilig auf die enthaltenen gewerblichen Einkünfte entfällt.

  • Umsatzsteuerbefreiung von Heilbehandlungen: Leistungen eines Arztes aus dem Betrieb einer Privatklinik

    Heilbehandlungen, die im Bereich der Humanmedizin von einem Arzt durchgeführt werden, sind von der Umsatzsteuer befreit.

  • Garantiezusage als einheitliche untrennbare Leistung beim Gebrauchtwagenkauf

    Ein Autohändler bot seinen Kunden eine erweiterte Gebrauchtwagengarantie gegen Aufpreis an.

  • Differenzbesteuerung auch beim „Ausschlachten“ von Fahrzeugen

    Ein Schrotthändler kaufte von Privatpersonen alte Fahrzeuge an. Aus diesen baute er Teile aus, die noch funktionsfähig waren.

  • Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer beim Erwerb eines Grundstücks zur Errichtung einer Windkraftanlage

    Beim Erwerb eines Grundstücks zur Errichtung einer Windkraftanlage gehört eine auf die benachbarten Grundstücke entfallende Entschädigungszahlung

  • Aufstockung einer Beteiligung an einer grundbesitzenden Personengesellschaft als steuerbarer Erwerbsvorgang

    Innerhalb von fünf Jahren verkaufte der Kommanditist einer grundbesitzenden Personengesellschaft (KG) in mehreren Schritten...

  • Grunderwerbsteuer kann bei nachträglich abgeschlossenem Bauerrichtungsvertrag nacherhoben werden

    Beim Kauf eines unbebauten Grundstücks wird die Grunderwerbsteuer grundsätzlich vom Kaufpreis des Grundstücks festgesetzt.

  • Änderungen des Mutterschutzgesetzes zum 1. Januar 2018

    Zum 1.Januar 2018 greifen wesentliche Änderungen des Mutterschutzgesetzes

  • Keine Haftungsinanspruchnahme des ehemaligen Geschäftsführers einer GmbH bei unzureichender Sachverhaltsaufklärung durch das Finanzamt

    Der Geschäftsführer einer GmbH hat deren steuerliche Pflichten zu erfüllen